Ich bin kein Mensch der Traurigkeit.
Wirklich nicht.
Aber in diesem Moment fühle ich nur Leere, Leere die so tief geht, dass sie mich schon fast ganz verschluckt hat.
Nein es ist nicht wegen meiner Eltern. Es ist auch nicht wegen diesen einen Jungen, den Jungen den ich so sehr liebe, nicht wegen der Ferien, die fast zu Ende sind. Es ist wohl eher der Gedanke, daran mein Leben zu verschwenden.
Wenn ich hier sitze, hier, auf meinem Bett, den Blick auf das Fenster gerichtet, welches teils von einer Jalousie, verdeckt wird, den Fernseher nebenbei laufen habe, und doch nichts von dem laufenden mitbekomme, dann denke ich über mein Leben nach.
Was ich alles erreicht habe, was ich noch erreichen will und was ich wirklich erreichen kann.
Und alle Stimmen und Geräusche um mich rum werden unwirklich und verschwinden dann ganz. Die Leer erfasst mich. Ich sehe nur schwarz, selbst die Wand, die durch mein Licht eben noch im sanften Gelb erschien, ist schwarz. Einfach weg. Ich sehe mich. Ich, wie ich in einem schwarzen Nichts stehe, nichts um mich rum, nichts, nichts was mir gehört.
Niemanden zu dem ich gehöre.
Du läufst mit offenen Augen durch dein Leben, stolperst immer wieder über Steine, wirst dann aber doch immer von irgendwem aufgefangen.
Bis du merkst, dass das nur dein Spiegelbild ist. Niemand dem du wichtig bist, einfach nur dein Spiegelbild. Du weißt, dass du keinen hast, du weißt, dass du alleine bist und dann fällst du! Du fällst so hart und tief wie nie, du versinkst in einem schwarzen Loch und deine Wangen werden ganz feucht.
Du bekommst keine Luft und willst nur noch die Augen schließen und nicht mehr aufmachen. Wünschst dir jemanden der dich in den Arm nimmst, weißt aber das das nur dein Spiegelbild tun würde, da kein anderer da ist, keiner auf den du zählen kannst, keinem dem es wert ist zu fragen wie es dir geht, wenn du ihn anlächselst.
Keiner der sich wirklich für dich interessiert, keiner der weiß wie es in dir aussieht. Jetzt sagst du dir, aufstehen, ich hab ja mich.
Aber schnell darfst du erfahren, dass es so nicht geht, dass du so nicht weiter machen kannst und du fällst wieder. Die Welt verschwimmt hinter deinen Augen, du bist wie blond und bemerkst wie du rennst, du rennst blond durch dein Leben, keine Regung in deinem Gesicht, Leere, fast Totenstarre macht sich in die breit, und du denkst nur noch;
"Wann ist es endlich vorbei?"
Der Welt zeigst du dein schönstes Lächeln und niemand bemerkt, wie schlecht es dir geht.. Niemand will wissen wie es in dir aussieht und du weißt, es ist besser so. Mitleid ist nichts für dich, du kannst du willst nicht damit umgehen. Aber du willst in den Arm genommen werden, du willst, dass du geborgen bist. Also gehst du weiter, weinst, wenn du alleine bist, damit niemand den wahren Schmerz in deinen Augen oder die Tiefe Leere in deinem Inneren.
Du wartest bis sich die Tränen deinen Augen füllen, setzt dein schönstes und breitestes Grinsen auf und weinst, du schmeckst den Salz auf deinen Lippen, du schmeckst den Schmerz in deinem Herzen und grinst.
Du bist alleine, wirst alleine bleiben.
Wahrscheinlich dein Leben lang wirst du alleine bleiben und es macht dir in dem Moment, in dem du weinst nichts aus, denkst, du hast ja dich und deine Momente, denkst du brauchst niemanden der dich rettet, kommst ja ganz gut alleine klar.
Fängst an dir dein Gesicht zu waschen, die zu gequollenen Augen zu überschminken um für Welt wieder nach dem auszusehen, was sie kennen.
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